Geschichte

Benennung

Die Namensgebung der Gemeinde läßt sich anhand von ethymologischen Wörterbüchern zur geographischen Namensgebung von ungarischen Personennamen deutschen Ursprungs ableiten. Das Gebiet ist bereits seit der Steinzeit bewohnt, es wurden hier auch Funde aus der Römer- und Eisenzeit erschlossen.

Urkundliche Erwähnungen: 1222 Dagu; 1238 Dag; 1283 Daag; 1332 Dag.
Königin Mária, die Frau von Béla IV. belehnte den Esztergomer Gespan namens Herman comes mit dem Dorf im Jahre 1262. Die Geschenkurkunde des bei Csolnok liegenden Grundbesitzes der Königin Maria wird 1270 und 1272 auf Bitte von Hermans Sohn, Peter durch Stephan V. bestätigt.

Die nach Michael dem Heiligen benannte Kirche des mittelalterlichen Dorfes Dág, das sich damals südwestlich von seiner heutigen Lage befand, wird auch in der Urkunde von 1262 erwähnt. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gehörte das Dorf zum Komitat Pilisch.

Urkunde aus dem Jahre 1275

In der Urkunde von 1275 sind die Grenzen von Dág festgehalten. Demnach grenzt es an Sáp, Csolnok, Csév, Úny, Kirva, Epöl und Kövi. Diese Hotterbeschreibung erwähnt die von Esztergom nach Dág, von Dág nach Weißenburg, Ofen und Kirwa führenden bedeutenderen Straßen. Hier ist auch zu erfahren, daß auch andere Bürger der Stadt Esztergom, bzw. Dáger Adlige hier einige Besitztümer hatten.

Im Jahre 1323 schenkte König Karl Robert das Dorf Stephan, dem Ahnen des Hauptgespans Vitéz Sáfár János. Dieser Familie nahm König Sigismund das Dorf im 14. Jahrhundert weg und gab es László Vörös.

Seine Pfarre wird auf der päpstlichen Dezemliste von 1332_1337 als bedeutender kirchlicher Ort bezeichnet, sein Pfarrer hieß Nikolaus. Das Gebiet war Teil der Wesprimer Diözese. Laut Dezemliste bezahlt der Pfarrer 2 Groschen.

1335 werden Jakob und Andreas von Dág als Hauseigentümer in Gran-St. Paul erwähnt. 1364 waren Peter und Herman die Eigentümer von Dág. 1415 erhielt die Familie Vitéz durch Mithilfe von János Garai das Dorf zurück. 1472 schenkte der Erzbischof János Vitéz das Dorf dem Graner Domkapitel. Der Name von Dág wird auch im Jahre 1481 erwähnt. In den späteren Zeiten findet das Dorf keine Erwähnung mehr, aber wahrscheinlich ist, daß es erst in der Türkenzeit aufgegeben worden ist. Die türkische Steuerregistrierung von 1570 erwähnt "Tág" unter anderen Dörfern als Wüstung in der Nähe von Sáp.

Nach der Türkenherrschaft

Das Dorf wurde nach der Türkenherrschaft, am Anfang des 18. Jahrhunderts, hauptsächlich mit angesiedelter, vom Oberland stammender slowakischer Bevölkerung und später mit den aus den umliegenden ungarndeutschen Gemeinden zugezogenen ungarndeutschen Familien an seiner heutigen Stelle wieder neu gegründet. In der Steuerregistrierung von 1715_20 wird es als zu Kiscsév gehörende "Pußta" bezeichnet, in der 7 Leibeigenen- und 4 "Einliegerfamilien" leben (5 Familien sind Ungarn, 6 Familien Slowaken). Der Registrierung von 1731 zufolge sind im Dorf ein Töpfer und ein Weber tätig. Der Kirchenvisitation von 1732 nach ist das Dorf Eigentum des Graner Domkapitels. In jener Zeit lebten hier 6 Leibeigenen- und 7 "Einliegerfamilien".

Die Kirchenvisitation 1755 berichtet, daß Dág zwei Kruzifixe habe: eins im Dorf neben dem Glockenstuhl und eins auf dem Friedhof. Die Anzahl der Katholiken beträgt 252.

Laut Angaben der Volkszählung von 1784_87 leben hier 87 Familien in 67 Häusern, die Einwohnerzahl macht 417 Personen aus. Die Matrikeln werden seit 1789 geführt. 1805 trennte sich Dág von Kiscsév und hatte wieder eine selbständige Pfarre (Nachdem Kiscsév später sein Gemeindecharakter verloren hatte, wurde es als Pußta an Dág angeschlossen). Die Schule wurde 1812 gegründet, und stand wahrscheinlich an der Stelle des heutigen Kindergartens. 1826 ließ ließ der Grundherr die Kirche im klassizistischen Stil erbauen, und diese ist im selben Jahr noch eingeweiht worden.

1878 ließ die ungarndeutsche Bevölkerung von Dág in der Gemarkung (im Hotter) eine Kapelle errichten. Das Dorf wurde in der zweiten Hälfte trilingual (deutsch, ungarisch, slowakisch); die Deutschen und Slowaken bildeten die überwiegende Mehrheit.

Das 20. Jahrhundert

Um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert machten sich einige Dorfbewohner auf den Weg nach Amerika, um ihr Glück zu probieren. Am Ersten Weltkrieg nahmen 54 Männer teil, 14 von ihnen fielen. Zwischen den beiden Weltkriegen waren die meisten Leute in den umliegenden Bergwerken beschäftigt. Während der Weltwirtschaftskrise wanderten mehrere Familien nach Frankreich aus und arbeiteten dort im Bergbau. Das Dorf war während des Zweiten Weltkriegs 3 Monate lang Kriegsoperationsgebiet. Die Kämpfe im Dorf endeten am 25. März 1945.

Der Zweite Weltkrieg verlangte 12 Opfer. Zu ihrem Gedenken wurden Marmorplatten in die Mauer der Kirche eingesetzt.

Das Dorf war sowohl vom slowakischen Bevölkerungsaustausch als auch von der Vertreibung der Deutschen teilweise betroffen. Das Überleben nach dem Krieg sicherte die Landwirtschaft, sowie der Bergbau in Csolnok (Tscholnok).

Bis 1970 hatte sich die Einwohnerzahl verdreifacht.

Referenzliteratur:


Zuletzt geändert am
2. September 2006 13:32:32